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NICHTALKOHOLISCHE
FETTLEBER
 

Auch metabolische Fettleber genannt

Nichtalkoholische Fettleber – Ursachen, Symptome, Diagnose und Therapie

Die Leber arbeitet still und unermüdlich, entgiftet den Körper, speichert wichtige Nährstoffe, produziert lebensnotwendige Proteine und reguliert den Fettstoffwechsel. Wenn sie überlastet ist oder erkrankt, verursacht sie in der Regel keine Schmerzen. Was sie stattdessen macht: Sie lagert Fett ein. „Fettleber" wird dieser krankhafte Zustand des Organs genannt – ein Problem, das in westlichen Gesellschaften bereits zu einer Volkskrankheit geworden ist. Der Grund: Immer mehr Menschen entwickeln Übergewicht und Adipositas bei zu wenig Bewegung und ungesunder Ernährung. Die „nicht-alkoholische Fettleber" oder metabolische Fettleber, wie die Erkrankung genannt wird, tritt laut Schätzungen bei etwa 20–30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland auf. Bei Menschen mit Adipositas (BMI ≥ 30) steigt die Erkrankungsrate auf 70–90 Prozent, und bei Diabetes-Typ-2-Patienten liegt sie bei 50–70 Prozent. Experten warnen, dass NAFLD in den nächsten Jahren die häufigste Ursache für Leberzirrhose und Leberkrebs werden könnte – noch vor Alkohol oder viralen Hepatitiden.

Nichtalkoholische Fettleber – was bedeutet das?

Medizinisch spricht man von einer Fettleber (Steatosis hepatis), wenn der Fettanteil in den Leberzellen, den Hepatozyten, auf über fünf Prozent des Lebergewichts ansteigt. Im gesunden Zustand ist die Leber zwar am Fettstoffwechsel beteiligt, speichert aber kaum nennenswerte Mengen an Fett. Bei einer Fettleber findet man winzige Fetttröpfchen im Inneren der Zellen, die deren Funktion zunehmend beeinträchtigen.

Die häufigste Form ist die nichtalkoholische Fettleber, abgekürzt NAFLD (Non-Alcoholic Fatty Liver Disease), auch metabolische Fettleber genannt. Die Erkrankung steht in direktem Zusammenhang mit den Lebensgewohnheiten der westlichen Industrienationen – also mit Bewegungsmangel, Übergewicht und falscher Ernährung.

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Die erschreckende Häufigkeit der Fettleber

Die Fettleber ist längst kein seltenes Krankheitsbild mehr. Weltweit schätzt man, dass etwa jeder vierte Erwachsene eine nicht-alkoholische Fettleber hat. In den Industrienationen, insbesondere in Deutschland, Österreich und der Schweiz, liegen die Zahlen sogar noch höher. Hier geht man davon aus, dass zwischen 25 und 30 Prozent der Gesamtbevölkerung betroffen sind.

Noch dramatischer ist die Situation bei Menschen mit Übergewicht oder Typ-2-Diabetes. In diesen Gruppen steigt die Rate auf über 70 bis 90 Prozent. Besonders alarmierend ist die zunehmende Verbreitung bei Kindern und Jugendlichen – eine direkte Folge der steigenden Adipositas-Raten im jungen Alter. Betrachtet man die Dunkelziffer, dürfte die tatsächliche Anzahl der Betroffenen noch weit höher liegen, da die Krankheit oft jahrelang unentdeckt bleibt.

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Welche Folgen kann eine Fettleber für die Gesundheit haben?

Die eigentliche Gefährlichkeit der Fettleber liegt nicht in der Fettansammlung selbst begründet, sondern in der stillen, fortschreitenden Entwicklung, die sie in Gang setzen kann.
 

  • Steatohepatitis: Die einfachste Form der Fettleber, bei der lediglich Fetttröpfchen in den Leberzellen liegen, ist zunächst reversibel und verursacht keine direkten Organschäden. Das Problem entsteht, wenn aus dieser reinen Verfettung eine entzündliche Form wird – die Steatohepatitis. Die eingelagerten Fette können toxisch wirken und Zellen schädigen. Das Immunsystem reagiert mit einer chronischen, niedriggradigen Entzündung.
     

  • Fibrose: Die Entzündung schädigt die Leberzellen nachhaltig. Die Zellen sterben ab, und an ihre Stelle tritt faseriges Narbengewebe, ähnlich wie bei einer Hautnarbe. Diesen Vorgang nennt man Fibrose. Solange die Narbenbildung überschaubar ist, kann die Leber ihre Funktionen noch aufrechterhalten. Da sie ein großes Regenerationspotenzial besitzt, kompensiert sie die ausgefallenen Zellareale. Erst wenn die Fibrose fortschreitet und die gesunde Lebermasse immer weiter abnimmt, kommt es zum entscheidenden Wendepunkt: dem Übergang in die Leberzirrhose.
     

  • Leberzirrhose: Bei einer Zirrhose ist die gesamte Leber von dicken Narbensträngen durchzogen, die ursprüngliche, weiche Struktur geht verloren, die Leber wird hart und knotig. Die Folge: Die Leber entgiftet nicht mehr ausreichend, sodass schädliche Substanzen wie Ammoniak im Blut ansteigen und bis zum Leberkoma führen können.
     

  • Leberkrebs: Parallel zur Zirrhose erhöht sich dramatisch das Risiko für eine weitere, gefährliche Folge: den Leberzellkrebs, das hepatozelluläre Karzinom. Menschen mit einer fettleberbedingten Zirrhose haben ein hohes Risiko, an Leberkrebs zu erkranken. Die Gefährlichkeit der Fettleber zeigt sich aber nicht nur in den Folgen für die Leber selbst. Die Fettleber ist eine Systemerkrankung. Sie verschlimmert Begleiterkrankungen massiv. So treibt die Insulinresistenz, die zur Fettleber führte, auch einen Typ-2-Diabetes weiter voran. Das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle ist bei Menschen mit einer nicht-alkoholischen Fettleber um etwa das Doppelte erhöht, unabhängig von anderen Risikofaktoren. Die Fettleber ist also nicht nur ein lokales Leberproblem, sondern ein Beschleuniger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die nach wie vor die häufigste Todesursache in den Industrienationen darstellen.

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Ursachen

Die Entstehung einer NAFLD ist ein multifaktorielles Geschehen, das man sich wie ein fein abgestimmtes, aber aus dem Gleichgewicht geratenes System vorstellen kann. Während Alkohol und seine Abbauprodukte unmittelbar Leberzellen schädigen und den Fettstoffwechsel stören, ist der schadhafte Prozess bei der NAFLD noch etwas komplexer. Er entsteht aus einer Kombination aus genetischen Faktoren, ungesunder Ernährung und Bewegungsmangel sowie sogenannten Komorbiditäten, also Begleiterkrankungen.

Insulinresistenz: Der Schlüsselmechanismus

Der mit Abstand wichtigste Faktor ist die Insulinresistenz. Insulin ist ein Hormon, das den Blutzuckerspiegel reguliert und die Speicherung von Fett in den Zellen steuert. Bei Insulinresistenz reagieren die Körperzellen – insbesondere Muskel-, Fett- und Leberzellen – nicht mehr ausreichend auf Insulin. Die Folge: Die Bauchspeicheldrüse produziert mehr Insulin, um den Blutzucker zu senken.

Die Leber nimmt mehr Fettsäuren aus dem Blut auf und speichert sie als Triglyceride in den Leberzellen ein. Gleichzeitig wird der Abbau von Fett in der Leber gehemmt, sodass sich immer mehr Fett ansammelt.

Die Insulinresistenz ist eng mit Übergewicht, Bewegungsmangel und einer ungesunden Ernährung verknüpft. Sie gilt als Haupttreiber der NAFLD und ist auch ein zentraler Faktor für die Entwicklung von Diabetes Typ 2 und dem metabolischen Syndrom.

Metabolisches Syndrom: Ein Teufelskreis

Das metabolische Syndrom ist ein Bündel von Risikofaktoren, die sich gegenseitig verstärken und das Risiko für NAFLD exponentiell erhöhen. Dazu gehören:

  • Adipositas, insbesondere viszerales Fett (Bauchfett), das Entzündungsbotenstoffe aussendet.

  • Erhöhte Blutzuckerwerte (Prädiabetes oder Diabetes Typ 2)

  • Fettstoffwechselstörungen wie erhöhte Triglyceride oder niedriges HDL-Cholesterin

  • Bluthochdruck, der die Leberdurchblutung beeinträchtigen kann.

Menschen mit metabolischem Syndrom haben ein bis zu 10-fach erhöhtes Risiko, eine NAFLD zu entwickeln. Besonders gefährlich ist die Kombination aus Bauchfett und Insulinresistenz, da sie die Leber direkt schädigt.

Ernährung: Zucker, Fett und der moderne Lebensstil

Unsere heutige Ernährung ist einer der Hauptgründe für den dramatischen Anstieg der NAFLD-Fälle. Drei Faktoren spielen dabei eine besonders große Rolle:
 

  • Zucker, insbesondere Fruktose: Fruktose wird im Gegensatz zu Glukose fast ausschließlich in der Leber verstoffwechselt. Bei hohem Konsum – etwa durch Süßgetränke, Fruchtsäfte oder stark verarbeitete Lebensmittel – wird sie direkt in Fett umgewandelt. Studien zeigen, dass bereits ein bis zwei zuckerhaltige Getränke pro Tag das Risiko für NAFLD um 30–50 % erhöhen.

  • Gesättigte Fettsäuren und Transfette: Lebensmittel wie Fast Food, frittierte Speisen, Wurst oder Butter enthalten viele gesättigte Fette, die die Insulinresistenz verschlimmern und die Fettansammlung in der Leber fördern. Transfette (in industriell verarbeiteten Produkten) sind besonders schädlich, da sie Entzündungen auslösen.

  • Ballaststoffmangel: Ballaststoffe – etwa in Vollkornprodukten, Gemüse und Hülsenfrüchten – reduzieren die Fettaufnahme im Darm und fördern eine gesunde Darmflora. Eine ballaststoffarme Ernährung begünstigt daher die Entwicklung einer Fettleber.

  • Bewegungsmangel: Körperliche Aktivität spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit der Leber. Bewegung senkt den Blutzucker, verbessert die Insulinsensitivität und fördert den Fettabbau in der Leber. Ein sitzender Lebensstil – etwa durch Bürojobs oder wenig Sport – verdoppelt das Risiko für NAFLD. Studien zeigen, dass bereits 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche (z. B. zügiges Gehen) das Risiko um 20–30 % senken können. Eine aktuelle Studie zeigte sogar, dass bereits fünf oder zehn Minuten zusätzliche Bewegung am Tag messbare Vorteile für die Gesundheit haben.

  • Vererbung: Nicht alle Menschen entwickeln bei gleichem Lebensstil eine Fettleber. Genetische Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Träger einer bestimmten Genvariante haben ein 2- bis 3-fach erhöhtes Risiko für NAFLD.

  • Darmgesundheit: In den letzten Jahren hat die Forschung gezeigt, dass auch die Darmflora eine wichtige Rolle bei der Entstehung von NAFLD spielt. Eine gestörte Darmflora (Dysbiose) kann die Darmbarriere schädigen, sodass bakterielle Endotoxine (z. B. LPS) in die Blutbahn gelangen. Diese aktivieren Immunzellen in der Leber und fördern Entzündungen und Fibrose. Faktoren wie Antibiotika, ballaststoffarme Ernährung oder chronischer Stress können die Darmflora negativ beeinflussen.

Symptome – Warum bei Fettleber die Krankheitszeichen so oft fehlen

Die NAFLD hat einen heimtückischen Charakter, denn in den allermeisten Fällen verläuft sie über Jahre völlig symptomlos. Der Grund: Die Leber hat keine Schmerzrezeptoren. Der Betroffene spürt nichts und fühlt sich meist nicht krank.

Wenn überhaupt erste Beschwerden auftreten, sind diese leicht zu ignorieren oder werden falsch gedeutet. Betroffene klagen gelegentlich über ein dumpfes Druckgefühl oder leichte Schmerzen im rechten Oberbauch, ein Gefühl der Völle oder Blähungen nach dem Essen. Manche fühlen sich müde, erschöpft oder haben ein allgemeines Krankheitsgefühl. Diese Symptome sind so vage, dass sie selten direkt mit der Leber in Verbindung gebracht werden. Erst wenn aus der einfachen Fettleber eine entzündliche Form, die Steatohepatitis, entstanden ist, können deutlichere Warnzeichen auftreten.

Es gilt daher bei Lebererkrankungen: Das Fehlen von Symptomen bietet keine absolute Sicherheit. Wer Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes oder hohen Alkoholkonsum aufweist, sollte aktiv die Leber untersuchen lassen (Link: https://www.check-up.de/gesundheitscheck) und nicht auf Beschwerden warten.

Diagnose

Weil die Fettleber anfangs keine eindeutigen Symptome zeigt, wird sie oft zufällig entdeckt – etwa bei einer Routine-Blutuntersuchung oder einem Ultraschall aus anderen Gründen. 

Der diagnostische Weg ist mehrstufig. Der erste Schritt ist ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt. Dabei werden Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck oder eine familiäre Vorbelastung abgeklärt. Auch der Alkoholkonsum wird erfragt, um eine alkoholische Fettleber auszuschließen (ab > 20 g Alkohol/Tag bei Frauen oder > 30 g/Tag bei Männern gilt die Fettleber als alkoholbedingt). Bei einer ersten körperlichen Untersuchung kann der Arzt eine vergrößerte Leber (Hepatomegalie) ertasten, die oft weich und glatt ist.

Welche Blutwerte sind auffällig bei Fettleber?

Im Blut fallen häufig erhöhte Leberwerte auf, insbesondere die Transaminasen ALT und GOT. Allerdings sind normale Leberwerte kein Ausschlusskriterium; bis zu 50 Prozent der Betroffenen einer Fettleber haben völlig unauffällige Blutwerte. Deshalb ist die Bildgebung so wichtig. Dennoch können Blutwerte wichtige Hinweise geben.
 

  • Leberenzymwerte:

    • ALT (Alanin-Aminotransferase) und GOT/AST (Aspartat-Aminotransferase) sind oft leicht bis mäßig erhöht (z. B. ALT bei etwa 50–200 U/l, GOT bei etwa 40–150 U/l).

    • GGT (Gamma-Glutamyl-Transferase) kann ebenfalls erhöht sein, ist aber unspezifisch (etwa bei 70–300 U/l).

 

  • Stoffwechselparameter: 

    • Nüchtern-Blutzucker, HbA1c (Langzeit-Blutzucker) und Insulin (HOMA-Index zur Berechnung der Insulinresistenz). Erhöht bei Insulinresistenz: 100–125 mg/dl (Prädiabetes) oder ≥ 126 mg/dl (Diabetes)

    • Triglyceride (oft erhöht, > 150 mg/dl), HDL-Cholesterin (oft erniedrigt, < 40 mg/dl (Männer) oder < 50 mg/dl (Frauen).

 

  • Entzündungsmarker:

    • CRP (C-reaktives Protein) kann bei NASH leicht erhöht sein (etwa bei 5–50 mg/l).

    • Ferritin (oft erhöht bei Insulinresistenz oder Eisenüberladung, etwa bei 300–800 µg/l).

 

  • Fibrose-Marker:

    • FIB-4-Score oder APRI-Score (berechnet aus Alter, Leberenzymen und Thrombozytenzahl) geben Hinweise auf eine Fibrose.

Welche bildgebenden Verfahren kommen bei der Diagnostik der Fettleber zum Einsatz?

Das einfachste und zugleich aussagekräftigste Verfahren ist die Sonografie, also der Ultraschall der Leber. Auf dem Ultraschallbild erscheint eine verfettete Leber heller als gesundes Lebergewebe, der Leberrand wirkt stumpf und die feine Binnenstruktur ist verwaschen. Mit dieser Methode kann der Arzt schnell und schmerzfrei eine Fettleber diagnostizieren und auch den Schweregrad abschätzen.
 

Eine große Herausforderung ist die Unterscheidung zwischen der harmloseren reinen Fettleber und der gefährlichen Steatohepatitis (NASH), bei der es zusätzlich zu Entzündungen und Zellschäden kommt. Hierfür gibt es spezielle Bluttests, die verschiedene Werte kombinieren, etwa den sogenannten Fibrose-4-Index (FIB-4) oder den NAFLD-Fibrose-Score. Diese Scores helfen in Zusammenhang mit dem Ultraschallbefund abzuschätzen, wie hoch das Risiko für eine relevante Leberschädigung ist. Doch wie lässt sich die Diagnose „Fettleber" sicher abgrenzen von Leberschäden wie der Hepatitis und fortgeschrittener Fibrose
?

Hierzu stehen zwei Verfahren zur Verfügung: die Leberbiopsie und der Fibroscan.

Bei der Leberbiopsie wird eine kleine Gewebeprobe entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Sie wird aufgrund des invasiven Charakters und der damit verbundenen geringen Risiken für Komplikationen nur bei Bedarf eingesetzt, etwa wenn eine fortgeschrittene Vernarbung (Fibrose) vermutet wird.
 

Moderne, nicht-invasive Verfahren wie der Fibroscan (Transiente Elastografie) messen die Steifigkeit der Leber und können den Grad einer Vernarbung inzwischen sehr zuverlässig ohne Nadel bestimmen. Der Vorteil: Risiken wie Blutungen, Infektionen oder Schmerzen, die mit einer Leberbiopsie verbunden sind, entstehen bei dieser Untersuchung nicht. Sie ist schnell – die Untersuchung dauert wenige Minuten und ist für den Patienten belastungsfrei. Damit ist der Fibroscan ideal zr Überwachung des Krankheitsverlaufs bei Fettleber und zur Früherkennung von Fibrose bei Risikopatienten (z. B. Diabetes, Adipositas).

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Joggendes Paar
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Therapie

Die Diagnose „Fettleber" mag zunächst beängstigend klingen, doch die gute Nachricht ist: Die Leber ist ein erstaunlich regenerationsfähiges Organ. In frühen Stadien, also bei der reinen Fettleber ohne Entzündung und ohne Narbengewebe, ist die Erkrankung in den allermeisten Fällen vollständig umkehrbar.

Übergewicht reduzieren

Die Behandlung setzt an den Ursachen an. Das oberste Ziel ist die Reduktion des Körpergewichts. Studien zeigen eindrucksvoll, dass eine Gewichtsabnahme von fünf bis zehn Prozent des Ausgangsgewichts die Fetteinlagerung in der Leber deutlich reduzieren kann. Verliert der Betroffene mehr als zehn Prozent, können sich sogar bereits bestehende Entzündungen zurückbilden und erste Narben verbessern. Diese Gewichtsabnahme sollte langsam und stetig erfolgen, etwa ein halbes bis ein Kilogramm pro Woche, denn eine zu radikale Fastenkur kann die Leber paradoxerweise zusätzlich schädigen.


Ernährungsumstellungen oder -anpassungen

Parallel dazu ist eine Umstellung der Ernährung entscheidend. Empfohlen wird eine mediterrane Kost mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, magerem Fisch und Geflügel sowie hochwertigen Pflanzenölen. Was den größten Unterschied macht, ist der konsequente Verzicht auf Zucker, vor allem auf gesüßte Getränke wie Limonaden, Fruchtsäfte und Eistees. Auch stark verarbeitete Lebensmittel, Weißmehlprodukte und versteckte Fette in Fertiggerichten sollten gemieden werden. Gleichzeitig ist es wichtig, den Alkoholkonsum auf ein absolutes Minimum zu reduzieren – bei einer nachgewiesenen Fettleber lautet die beste Empfehlung sogar: kompletter Verzicht, zumindest für eine gewisse Zeit.


Sport und Bewegung

Bewegung ist der zweite zentrale Pfeiler. Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Insulinsensitivität und reduziert das Leberfett, selbst wenn kein Gewichtsverlust eintritt. Der Muskelaufbau ist besonders wertvoll, denn Muskeln verbrennen Energie und verbessern den gesamten Stoffwechsel. 


Medikamente

Lange Zeit gab es in der EU kein Medikament, das spezifisch gegen die NAFLD wirkt. Erst 2025 wurde ein entsprechendes Mittel zugelassen. Das Medikament, das auf dem Wirkstoff Resmetirom beruht, kann jetzt Patienten mit einer NAFLD oder mit einer fortgeschrittenen Leberfibrose helfen. In der Zulassungsstudie erwies sich das Mittel bei einem Drittel der Teilnehmer als wirksam bei der Auflösung einer stoffwechselbedingten Fettleberhepatitis, in vielen Fällen einhergehend mit einer Verbesserung der Fibrose. Das Medikament wirkt, indem es den Schilddrüsenhormonweg in der Leber ankurbelt und so den Stoffwechsel von Leberfett steigert.

Neben Resmetirom wurde 2026 auch Semaglutid – bekannt als Ozempic – speziell für Patienten mit MASH und fortgeschrittenem Fibrosegrad zugelassen. Es wird wöchentlich als Spritze verabreicht und war zuvor bereits für Diabetes und Übergewicht zugelassen.

Für eine einfache Fettleber ohne Entzündung oder Fibrose bleibt die Lebensstiländerung – also Ernährung, Bewegung und Gewichtsabnahme – nach wie vor die wichtigste und wirksamste Maßnahme.
 

In schweren Fällen, insbesondere bei einer fortgeschrittenen Steatohepatitis mit ausgeprägter Fibrose, werden in spezialisierten Zentren derzeit klinische Studien mit neuen Wirkstoffen durchgeführt. Die Basis bleibt jedoch in jedem Stadium die konsequente Änderung des Lebensstils. Nur wenn sich bereits eine Leberzirrhose entwickelt hat, ist die Therapie weitaus komplexer und zielt auf die Vermeidung von Komplikationen ab – in manchen Fällen kommt als letzte Option eine Lebertransplantation infrage.

Was ist das beste Mittel gegen Fettleber?

Die Leber hat eine bemerkenswerte Regenerationsfähigkeit – solange keine fortgeschrittene Vernarbung (Fibrose/Zirrhose) eingetreten ist. Bei bereits bestehender Fibrose ist die Heilung deutlich schwieriger und langsamer. Ob und wie schnell sich eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung zurückbildet, hängt stark von dem Ausmaß der Verfettung ab:

  • Erste Verbesserungen sind oft nach 4–12 Wochen spürbar (z. B. in Leberwerten).

  • Eine vollständige Rückbildung kann 3–12 Monate dauern, manchmal auch länger.


 

Was die Heilung beschleunigt:

  • Gewichtsabnahme von 7–10 % des Körpergewichts gilt als besonders wirksam

  • Ernährungsumstellung: Empfohlen wird eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten, gesunden Fetten (z. B. Olivenöl) und magerem Eiweiß. Zu vermeiden sind Zucker, Weißmehlprodukte, Softdrinks, Fertiggerichte und Fast Food.

  • Regelmäßige körperliche Aktivität (mind. 150 Min./Woche moderat)

  • Alkoholverzicht

  • Behandlung von Begleiterkrankungen (Diabetes, hohe Blutfette)


 

Was ist das beste Mittel gegen Fettleber?

Gegen eine Fettleber gibt es kein einzelnes Wundermittel – am wirksamsten ist eine Kombination aus Maßnahmen, die ineinandergreifen.

Der mit Abstand wichtigste Hebel ist die Ernährung und der Alkoholverzicht. Besonders Zucker und Fruchtzucker – auch in Form von Fruchtsäften – sollten stark reduziert werden, ebenso Weißmehlprodukte. Die mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, gesunden Fetten und wenig verarbeiteten Lebensmitteln hat dabei die beste Studienlage. Interessant ist auch, dass mehrere Studien darauf hindeuten, dass schwarzer (Filter-)Kaffee einen schützenden Effekt auf die Leber haben kann – zwei bis drei Tassen täglich können helfen.
 

Was Medikamente betrifft, so ist die Auswahl beschränkt. Das erste Medikament gegen die nicht-alkoholische Fettleberentzündung wurde erst vor einigen Monaten in Europa zugelassen. Es heißt Rezdiffra und enthält den Wirkstoff Resmetirom. In Deutschland ist es seit September 2025 auf dem Markt erhältlich. Mittlerweile ist ein zweites hinzugekommen: Patienten mit einer nicht-alkoholischen, entzündlichen Fettlebererkrankung können künftig Semaglutid verordnet bekommen, den Wirkstoff der „Abnehmspritze".
 

Allerdings gibt es wichtige Einschränkungen: Bekommen können die Medikamente aktuell nur Menschen mit einer fortgeschritteneren Fettleberentzündung mit Vernarbung der Leber (Fibrosegrad F2 und F3). Außerdem sind sie verschreibungspflichtig und werden aufgrund der Kosten hauptsächlich in Leberambulanzen und größeren Schwerpunktpraxen verschrieben.

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